Ursula Koert-Kramer gewinnt die S-Dressur / Doppelsieger Christian Kissing

Die Schwerter Reitertage auf Gut Kückshausen waren in vollem Gange, als Karl-Heinz Kissing, ein Urgestein des Zucht-, Reit- und Fahrvereins Schwerte, am Sonntagnachmittag das Mikrofon ergriff.

Er lobte den Vorstand des Vereins und die Gastgeberfamilie Brass für ihre vorbildliche Arbeit, die das Gelingen der Großveranstaltung garantiere, und schloss mit dem Satz, der ein sicheres Indiz für eine erneut gelungene Turnierveranstaltung ist: „Hier wird es von Jahr zu Jahr schöner.“

Dass die Sitzschalen auf der Zuschauertribüne und die Bänke in den Zelten nicht ganz so dicht besetzt waren wie bei manch sonniger Veranstaltung in den Vorjahren, konnte nicht verwundern. Auch die Quote der Reiterinnen und Reiter, die nach ihrer Nennung für die Prüfungen dann auch wirklich kamen, war geringer als bei trockenem Wetter. „Gerade die Reiter mit jungen Pferden kommen nicht so gerne, wenn es in Strömen geregnet. Das ist nachvollziehbar“, erklärt Sportwart Jan-Dirk Brass – der zwangsläufig matschige Untergrund ist nicht gerade optimal, um Nachwuchspferde heranzuführen.

Am reibungslosen Turnierablauf der dreitägigen Veranstaltung konnten die vor allem am Samstag auftretenden Regenschauer aber nichts ändern. „Es war insgesamt ein ruhiger Ablauf. Vieles ist Jahr für Jahr gleich“, berichtet Brass von einer gewissen Routine, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Zum Sportlichen: Die hochwertigste Springprüfung, dem S-Springen, bildete am Sonntag den Abschluss des Turniers. Diese mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotierte Prüfung gewann die ehemalige Deutsche Meisterin Eva Deimel. Nick Redix vertrat die Farben des Schwerter Reitervereins, konnte sich aber nicht platzieren.

Dagegen stand bei der S-Dressur am Samstag eine Lokalmatadorin ganz oben auf der Siegerliste: Ursula Koert-Kramer auf Pele ließ zwei Dutzend Konkurrenten hinter sich und gewann die Prüfung. Mit Jonas Wittenbrink auf Friedländer konnte sich auf Platz fünf noch ein weiterer Schwerter platzieren. Weitere Schwerter Siege in Dressurprüfungen fuhren Lea Josephine Köppikus auf Don Federico (Klasse A**), Heidi Braun mir What´s up (Klasse  L*) und die junge Hanna Schneider auf No Angel (Dressurreiter/E1) ein.

Und auch auf dem Springplatz konnte sich ein heimischer Reiter ganz vorne platzieren – und das gleich zweimal: Christian Kissing entschied auf Quinses Z zwei L-Springen am Freitag und Samstag für sich (weitere Ergebnisse folgen). Michael Dötsch
 

Außergewöhnliche Ehrung in stilvollem Ambiente

Goldenes Reitabzeichen für Heidi Braun
 

Die Unterbrechung der Prüfungen am Sonntagnachmittag war keineswegs wetterbedingt – im Gegenteil, sie war gewollt. Denn es galt, eine alles andere als alltägliche Ehrung vorzunehmen: In stilvollem Ambiente erhielt Heidi Braun, seit Jahren eine Vorzeige-Dressurreiterin des ZRFV Schwerte, das Goldene Reitabzeichen aus den Händen von Heinrich Plaas-Beisemann, Präsidiumsmitglied des Pferdesportverbandes Westfalen. Diese Auszeichnung gibt es für zehn Siege in S-Prüfungen. „Vielleicht zehnmal pro Jahr in Westfalen“, schätzt Jan Dirk-Brass, Sportwart des Schwerter Reitvereins, werde das Goldene Reitabzeichen vergeben.

Für den angemessenen Rahmen der Ehrungen hatten die Vereinsverantwortlichen im Vorfeld gesorgt, ohne dass Heidi Braun Genaues wusste. Beinahe die komplette Belegschaft ihres in Rheinen beheimateten Hofes kam auf den Springplatz des Gutes Kückshausen geritten – mit ihren etwa zwei Dutzend Pferden bildeten sie eine schöne Kulisse.

Plaas-Beisemann, der stilvoll mit einer Kutsche auf den Platz gefahren worden war, würdigte Heidi Braun in einer kurzen Laudatio, ehe die Geehrte dann selbst das Mikro in die Hand nahm: „Ich kann einfach nur danke sagen“ so die sichtlich gerührte Rheinenerin, ehe sie unter dem Applaus der Zuschauer die Ehrenrunde anführte – diese Überraschung war gelungen.

   
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