Schwerte. Tiefer Matsch und kleine Seenplatten zieren den Sandplatz auf Gut Kückshausen. „Kein Problem“, versichert Johannes Wittenbrink: „Die Pferde haben einen guten Halt, rutschen nicht weg, der Boden ist griffig genug. Wenn er trocken wäre wie Strandsand, kämen die Pferde gar nicht richtig hoch.“

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Allenfalls der Vorsitzende muss sich Sorgen machen, wenn er zur Siegerehrung über den hellgrauen Belag stapft: „Ich muss aufpassen, dass ich mit meinen Schuhen nicht stecken bleibe. Aber für die Pferde ist dieser Boden ideal.“ Wittenbrink schmunzelt dabei, wichtiger als seine arg verschmutzten Treter sind schließlich allemal die Reiter mit ihren Vierbeinern. Und die fanden beim traditionellen Sommerturnier des ZRFV Schwerte dank einer glänzenden Organisation und den vielen ehrenamtlichen Helfern einmal mehr optimale Bedingungen vor.

Der Wettergott hat es gut gemeint mit den Verantwortlichen. Zum Auftakt an Donnerstag herrschten angenehme Temperaturen. „Es war trocken, nicht zu kalt und auch nicht zu warm“, sagt Pressesprecherin Martina Gripshöfer. Bedenken hatte sie nur am Samstag, als es nicht aufhören wollte zu regnen. Trotzdem prägte hektische Betriebsamkeit das beschauliche Gut an der Hohensyburger Straße. Es gab nur wenige Absagen, obwohl im Laufe des Tages 16 Liter Regen pro Quadratmeter die Plätze geflutet haben. Das beweist, wie beliebt das Turnier inzwischen ist, wozu zweifelsfrei die familiäre Atmosphäre beiträgt.

„Die Starterfelder waren gut besetzt, es kommen sowieso nie Hundertprozent“, erklärt Wittenbrink: „Trotzdem kommen wir auf annähernd 2000 Starts. Alle sind begeistert und versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.“ Dazu zählt auch eine Rheinländerin, die erstmals bei dieser Großveranstaltung als Richtering fungierte. „Nächstes Jahr will sie wiederkommen, aber als aktive Reiterin, weil es ihr so gut gefällt“, verdeutlicht Gripshöfer die Anziehungskraft dieses Turniers.

Doch den Kapazitäten sind natürlich irgendwann Grenzen gesetzt. „Deshalb überlegen wir, was wir organisatorisch daraus machen, ob man auf einer Veranstaltung tatsächlich von ganz klein, also für die breite Masse, bis ganz oben was machen muss, oder ob man es künftig möglicherweise auch splittet, auf die Turniere, die unser Verein schon austrägt“, weiß Wittenbrink, dass es immer schwerer wird, eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu stemmen.

Mehrere hundert Besucher säumten täglich die Anlage. Vorsitzender Johannes Wittenbrink vermochte am Ende aber keine konkreten Zahlen zu nennen, da es dieses sportliche Großereignis wie immer zum Nulltarif gab.

Geboten wurde an den vier Tagen auf Gut Kückhausen erneut die ganze Bandbreite, von der Führzügelklasse bis hin zur S-Klasse im Springen und in der Dressur. Prominenteste Teilnehmerin war die ehemalige Deutsche Meisterin im Springreiten Eva Deimel aus Münster. Am Start war auch Kirsten Sieber, die bundesweit wohl derzeit erfolgreichste Dressurreiterin des Gastgebers. Sieber ließ ihren Holsteiner „Charly“ allerdings in der Box. Auf Rockenfellers Cinderrella ritt sie in der M-Dressur mit 743 Punkten knapp auf Platz zwei, bezwungen von ihrer Vereinsgefährtin Ursula Koert-Kramer, die auf Pele mit 764 Punkten triumphierte und wieder einmal unter Beweis stellte, dass sie die erfolgreichste Senioren-Reiterin des ZRFV ist.

Erfolgreichster Schwerter Teilnehmer war Christian Kissing, der insgesamt siebenmal den ersten Platz belegte. Amelie Graskamp verpasste knapp ein Jubiläum. Durch Platz zwei in der Dressurprüfung der Klasse A/A 2 verpasste sie ihren zehnten Erfolg in Serie.

Das S-Springen gestern Nachmittag gewann Niklas Dornbracht vom RV Kalthof, der als Ehrenpreis ein Fahrrad erhielt. Der 16-jährige Lokalmatador Nick Redix, der sich schon vorab für die Westfälischen Meisterschaften qualifiziert hatte, konnte sich bei diesem prestigeträchtigen Springen nicht platzieren. Er bewältigte den Parcours zwar, erhielt aber 9,25 Fehlerpunkte.

 Mit freundlicher Genehmigung von " Der Westen " Das Portal der WAZ Mediengruppe

   
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